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Blick in den Lehrgang: SOM2 - Organisationen mitgestalten und leiten

(c) Eva Würdinger

mit Clarissa Böck, neunerhaus

Soziale Organisationen brauchen Menschen, die Verantwortung für die Gesamtorganisation oder Organisationseinheit übernehmen, strategisch denken und Veränderungen gestalten können - der SOM2 bildet diese Personen aus. Neben Seminaren zu Themen wie neue Organisationsformen, Change-Management, Controlling, Rechtsfragen und Digitalisierung ist das große Organisationsentwicklungsprojekt, in dem das Gelernte praktisch angewendet wird, zentraler Bestandteil des Lehrgangs.

Clarissa Böck, Referentin der Geschäftsführung bei neunerhaus, hat am 4.11.2021 den Lehrgang abgeschlossen - wir haben sie gefragt, was den SOM2 aus ihrer Sicht besonders macht:

Was war Deine Motivation, am SOM2 teilzunehmen?

Ähnlich wie etliche andere Lehrgangsteilnehmer*innen habe ich vom Grundstudium her etwas ganz anderes gemacht, und hatte Lust, mich vertiefend mit dem zu beschäftigen, was ich jeden Tag tue. Ich wollte mir bewusst Zeit nehmen, meine Führungsarbeit zu reflektieren, und dadurch Entwicklung bei mir und auch in meiner Organisation anzustoßen. Diesen bewussten Reflektionsraum über eine längere Zeit, in einer Gruppe von Menschen, die in ähnlichen Positionen in anderen Feldern und Organisationen tätig sind, hätte ich mir ohne den Lehrgang nicht genommen, dazu ist der Alltagsstress einfach zu hoch.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass ich große Lust auf den Austausch mit anderen hatte - wie machen die das?  Die anderen Teilnehmer*innen sind alle in ähnlichen Positionen in anderen Organisationen und Feldern, das hat den Austausch extrem bereichert. Das ist auch noch einmal ganz etwas anderes als z.B. Führungskräfte-Intervisionen innerhalb der eigenen Organisation – der Kontakt mit Menschen, die meine Probleme verstehen, aber dann eben nicht meine Kolleg*innen sind, war super.

Und drittens wollte ich eine Ausbildung machen, die verschiedene inhaltliche Bereiche abdeckt und auch die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Fachgebieten in Bezug auf die Gestaltung von Organisationen herstellt – anstatt einer reinen Organisationsentwicklungs-Ausbildung.

Was ist das Besondere am SOM2?

Verschiedenes: Inhaltlich finde ich rückblickend gut, dass auch Themen wie z.B. Digitalisierung oder Ethik im Rahmen eigener Module Raum bekommen haben - Themen, die in Organisationen oft an Stabsstellen "ausgelagert" werden. Im Lehrgang ist mir klar geworden, wie stark auch diese Themen direkt organisationsgestaltend wirken.

Über die Seminarinhalte hinaus waren besonders die Coachinggruppen (lehrgangsbegleitende Kleingruppen à 5 Personen) und das Praktikum wichtig für mich. In den Coachinggruppen fand ein sehr vertrauensvoller regelmäßiger Austausch statt. Wir konnten uns zum Glück vor dem ersten Lockdown einmal alle in Präsenz in einer Einrichtung treffen, und hatten so eine gute Basis, um dann auch per Zoom gut weiterarbeiten zu können. Der Perspektivenwechsel und die gegenseitige Beratung in diesen Terminen haben meine Selbstentwicklung sehr gestärkt. Auch in der großen Lehrgangsgruppe war die Kontinuität und Dauer, über 3 Semester lang immer wieder in derselben Konstellation aufeinander zu treffen und sich auch in der Gruppe auseinanderzusetzen, sehr wertvoll.

Und drittens das einwöchige Führungspraktikum in einer anderen Organisation, das hat mir wirklich viel gebracht. Mal rauszukommen aus dem bekannten Rahmen, Einblicke zu bekommen, Fragen stellen zu können, ohne sich positionieren zu müssen oder das zu bewerten. Das Praktikum hat mir Lust gemacht, die eigenen Lösungen zu hinterfragen und hat mich sehr inspiriert. Als Pflichtpraktikum im Rahmen des Lehrgangs, und auch weil die ASOM ein bekannter Name ist, waren Organisationen offen dafür, uns Einblicke zu gewähren - das ist ja so sonst nicht möglich, so in andere Organisationen hineinzuschauen.

Was hat Deine Organisation von Deiner Teilnahme? Was nimmst Du mit in den Führungsalltag?

Auf jeden Fall hatte ich während des Lehrgangs und z.B. auch im Rahmen meines Projekts einen forschenderen Blick auf alle möglichen Bereiche meines Arbeitens. Außerdem konnte ich aus jedem Modul Aha-Erlebnisse und Anregungen in meinen Arbeitsalltag zurückbringen.

Und last but not least: Was ist aus Deiner Sicht zentral, um als Führungskraft in einer sozialen Einrichtung wirksam werden zu können?

Um als Führungskraft wirksam werden zu können, ist es aus meiner Sicht vor allem wichtig, neugierig und offen zu bleiben. Ich muss hinausschauen, mich dafür interessieren, was sich rundherum, im Umfeld tut, wach dafür bleiben, welche Probleme gerade zu lösen sind. Diese Offenheit ist auch dem Team, den eigenen Leuten gegenüber wichtig - ich brauche auch Empathie - sowohl für die Klient*innen und die Nutzer*innen, als auch für die eigenen Mitarbeiter*innen. Es muss immer klar sein: Ich kann das nicht alleine, und muss auch nicht alles immer alleine lösen. Es ist hilfreich, Perspektiven zu wechseln und um die Ecke zu denken, als Führungskraft bin ich auch ein Vorbild für diese Haltung, wenn ich mit meinen Problemen und Themen so umgehe, wird sich das auch in der Organisation fortsetzen. Und es braucht natürlich auch die richtigen Strukturen, also den Blick auf die Personen UND die Organisation. Der Lehrgang war super, um dafür immer wieder Reflexionsräume zu haben - denn der Arbeitsdruck im Führungsalltag ist so hoch, dass man das selten tut. Im SOM2 geht es eben genau um diesen gesamtorganisationalen Blick, weg von meinem eigenen kleinen Spielfeld hin zum Blick auf das große Ganze.

(c) Eva Würdinger

 

Informationen zum Sozialmanagement 2 Lehrgang

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