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Buchempfehlungen

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Petra Hellmich: "Case und Care Management im Gesundheits- und Pflegebereich"

Petra Hellmich ist Lehrgangsverantwortliche und Trainerin im Lehrgang Zukunft managen in Pflege und Betreuung Petra Hellmich.

"Case- und Care-Management soll die nötige Unterstützung und Versorgung von Personen mit  Pflege- und Betreuungsbedarf möglichst effizient über Organisations- und Institutionsgrenzen hinweg sicherstellen. Im Bereich der Versorgungssicherung kommt dem Konzept wachsende Bedeutung zu. Grund für die Aktualität dieser Begleitung von Betroffenen in Österreich sind steigende Versorgungskosten von Personen mit chronischen Erkrankungen, ständiger Personalmangel im Gesundheitswesen und die Überalterung der Bevölkerung, aber auch die zunehmende Komplexität des Gesundheits- und Sozialwesens mit all seinen differenzierten Angeboten sowie unterschiedlichen und teilweise auch neuen Berufsbildern. Veränderungen, für die es gut ausgebildete Spezialistinnen und Spezialisten braucht, die genau diese hochkomplexen Situationen managen.
Dieses Buch gibt Studierenden sowie Interessierten einen Einblick in das Tätigkeitsfeld einer Case-Managerin oder eines Case-Managers. Es hilft, die Hintergründe des Handelns im Case-Management zu verstehen, und gibt anhand eines erläuterten Fallbeispiels eine Hilfestellung für die Transformation des Case-Management-Prozesses von der Theorie in die Praxis." - Beschreibung des Verlags abrufbar unter https://www.facultas.at/item/Case_und_Care_Management/Petra_Hellmich/48028740

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Petra Hellmich
Case und Care Management im Gesundheits- und Pflegebereich
facultas, 2021
ISBN: 978-3-7089-2108-2

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Andreas Wörndl: "Gestaltungsprinzipien für soziale Handlungsräume - Räumliche Konfliktprävention in der stationären Altenhilfe"

Andreas Wörndl ist Absolvent des Masterlehrgangs Management Sozialer Innovationen - wir gratulieren herzlich zum gelungenden Buch!

Hier die Zusammenfassung von dem Buchumschlag:

Immer mehr Menschen im Dritten und Vierten Lebensalter suchen Wohnformen, die ihre Bedürfnisse und ihre Interaktionsansprüche bestmöglich verbinden. Individuelle Grundrisslösungen und intelligente Gebäudetechnologien helfen zwar, dieses Ziel zu erreichen, sind jedoch nicht immer ausreichend. Als Alternative zu individuellen Wohnformen sollte das institutionelle Wohnen für Menschen mit  Unterstützungsbedarf einen sicheren und geschützten Rahmen bieten. Die Sehnsucht nach selbstbestimmtem Leben besteht auch im Alter, das Leben in institutionellen Gemeinschaften verursacht jedoch konflikthafte Interaktionen. Architektur ist dabei mitbestimmender Faktor.
Diese Publikation fokussiert den Raum als Komplementärstruktur konflikthafter Verhaltensweisen und zeigt Möglichkeiten auf, dem entgegenzuwirken. Im Mittelpunkt stehen soziale Handlungsräume, in denen Privatheit gelebt, Gemeinschaft gefördert, Begegnung ermöglicht und Gesellschaft‑ erlebt werden kann. Räume, die den Menschen gerecht werden. Der erste Teil der Publikation fokussiert zentrale Inhalte und verdichtet sie zu Grundsätzen. Im zweiten Teil werden acht Gestaltungsprinzipien beschrieben und Interpretationsspielräume aufgezeigt. Um Denkräume zu öffnen, werden im dritten Teil weitere Blickwinkel
aufgenommen.

Der Autor Andreas Wörndl de­finiert den Wert der Privatheit, des Wohnens und den Maßstab häuslicher Proportionen, skizziert soziales Distanzverhalten und beschreitet einen Weg zwischen theoriegeleiteten Ansätzen und praxisnahen Beispielen.

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Andreas Wörndl
Gestaltungsprinzipien für soziale Handlungsräume - Räumliche Konfliktprävention in der stationären Altenhilfe
Studien Verlag, 2021
ISBN: 978-3-7065-6075-7

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Bettina Rollow und Joana Breidenbach: "New Work needs Inner Work"

Joana Breidenbach, Gründerin von betterplace lab, und Bettina Rollow, Organisationsentwicklerin, beschreiben in ihrem kompakten Handbuch „New Work needs Inner Work“, warum viele Transformationsprozesse zum Scheitern verurteilt sind und wie sich Organisationen auf den Weg zu einer agileren und sinnstiftenden Form der Zusammenarbeit machen können.

Der Titel „New Work needs Inner Work“ bringt die Hauptbotschaft des Buches auf den Punkt. Den Autorinnen zufolge gelingen Transformationsprozesse nur, wenn die innere UND die äußere Dimension beachtet werden. „Es reicht nicht Rollen und Regeln zu verändern, damit Menschen kreativer und eigenverantwortlicher werden. Jede Veränderung der äußeren Strukturen erfordert eine Veränderung des Innenlebens einer Organisation“: eine Entwicklung des Teams und eine entsprechende Veränderung der einzelnen Menschen.

Wie diese innere Transformation gelingen kann und warum diese Arbeit so wichtig ist, wird von den Autorinnen gut nachvollziehbar beschrieben und anhand von Beispielen deutlich gemacht. Dabei geben die beiden Autorinnen den Leser*innen kein allgemein gültiges Rezept in die Hand, um eine neue Form der Zusammenarbeit und Führungskultur einzuführen. Sie sind vielmehr davon überzeugt, „dass jedes Team für sich selbst herausfinden muss, welche Balance zwischen fester Struktur und Flexibilität, verbindlichen Regeln und Entscheidungsspielräumen in der aktuellen Konstellation am besten passt.“

Erfrischend ist, dass die Autorinnen weder eine theoretische Abhandlung über verschiedene Organisationsformen liefern, noch eine bestimmte Form der Zusammenarbeit dogmatisch propagieren. Vielmehr präsentieren und kombinieren sie geschickt verschiedene Modelle (z.B. AQAL-Modell, Eisbergmodell, etc.), Prinzipien und Leitfragen, welche den Teams helfen sich selbst und ihre Bedürfnisse, sowie ihre Motivation und Ziele besser kennenzulernen. Beginnend bei einer umfassenden Standortanalyse über den Aufbau innerer Kompetenzen bis hin zur Anpassung von äußeren Strukturen und Prozessen verläuft der Pfad der Transformation.

Das Buch ist nicht nur für all jene interessant, die gerne neue Formen der Führung und Zusammenarbeit einführen möchten. Die präsentierten Leitfragen, Modelle und Prinzipien können auch in bestehenden Teams in hierarchischen Systemen für die Teamentwicklung genutzt werden. Denn die innere Stärkung und der Kompetenzaufbau sind auch überall dort wichtig, wo in stark formellen Strukturen ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbstorganisation von Mitarbeiter*innen gefordert wird.

Im Sozial- und Gesundheitswesen arbeiten Mitarbeiter*innen in einem – teilweise sogar gesetzlich – stark regulierten Rahmen mit entsprechenden Hierarchien. Trotzdem sind, beispielsweise im Pflegealltag, all jene Kompetenzen erforderlich, wie sie auch in selbstorganisierten Teams notwendig sind. In der Pflegepraxis werden eigenverantwortlich Entscheidungen getroffen und selbstorganisiert gearbeitet. Dafür benötigt es reife Mitarbeiter*innen und reflektierte Teams, die nicht nur pflegerisch-fachlich versiert sind, sondern über ein hohes Maß an Kommunikations- und Selbstwirksamkeitskompetenz verfügen.

Der neue ASOM- Lehrgang erfolgreich:wirken - Empowerment für die Pflegepraxis, ab Herbst 2021: https://www.asom.at/lehrgaenge/erfolgreichwirken---empowerment-fuer-die-pflegepraxis/information

Das Buch wurde von Mag.(FH) Livia Mutsch, MA gelesen und empfohlen. Livia Mutsch ist Human Ressource Managerin im NPO-Bereich und Trainerin an der ASOM. Sie hat sich auf Personalmanagement und Organisationsentwicklung im Gesundheits- und Sozialwesen spezialisiert.

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Joana Breidenbach, Bettina Rollow:
New Work needs Inner Work
Verlag Vahlen, 2019
ISBN: 978-3-8006-6137-4

Bild: Joana Breidenbach (links) und Bettina Rollow (rechts)